Nach mittlerweile 15 Jahre unfallfreier Fahrt auf der Kutsche, traf es nun auch uns. Und nein, es war nicht einmal wegen Diego, sondern mein Mööchen im Einspänner. Ich muss wirklich was gut haben im Himmel, denn während es mich vom Bock schleuderte auf den Beton, kümmerten sich noch andere Schutzengel um Momo. Und während ich mit „nur“ Gehirnerschütterung, Schleudertrauma und Platzwunde krampfhaft versuchte wieder auf die Beine zu kommen, ist Momo ca 7km alleine!! auf der Strasse mit der Kutsche weiter gefahren. Muss dazu erwähnen: Das Gelände ist abschüssig und er hat einige 90Grad Kurven gemeistert.
Die Ursache: Er war einfach einen Moment unkonzentriert und ist gedankenlos geradeaus in den Elektrozaun. Auf sämtliche Hilfen reagierte er nicht.
Ein Fahrkollege hatte Momo dann im Dorf weiter von einem Bauern entgegengenommen und versuchte fahrend mich zu finden, während wir im Auto nach Momo suchten. Interessanterweise, hatte der Kollege sogar Spass auf der Fahrt, denn an Momo merkte man nichts von einem Unfall. Er lief wie immer.
Auch heute- er lässt sich einwandfrei fahren und es ist, als wäre nie was gewesen. Er macht seinen Job. Aber ich bin überzeugt: Hätte das Tier nicht einen solch soliden Charakter, soviel Freude beim Fahren, ein solch ausgeprägtes Gefühl für die Kutsche und dessen Gewicht- hätte es anders geendet. Und dass sind auch deutliche Rasse-Eigenschaften.
Klar, Erziehung, Eigenschaften Charakter etc spielen auch noch mit, auch seine Routine, aber selbst der Kollege scheint nun angefressen zu sein von dieser tollen Eigenschaft des SW. Denn seine Fribis wären geradeaus und wohl den Berg ab und nicht den Wegen entlang um 90Grad Wendungen. Und auch ich- wieder einmal mehr, habe mich neu verliebt in diese Rasse.
Inzwischen fahren wir wieder unsere KM, der Diego hatte mehr Schock vom Unfall als Momo und Ich ( er hatte meine Verletzungen gesehen was ihn emotional aufrüttelte) und bin froh, dass Schutzengel dabei gewesen sind. Wir haben alle gelernt, auch Momo. Und ich hatte ein sehr gutes Pferd am Steuer!
Einmal Wäldner - immer Wäldner:) Und ja: Momo ist definitiv geboren um zu ziehen. Es ist seine Leidenschaft und dafür brennt er. Und dass möchte ich euch mitgeben: Der Wäldner der liebt und brennt, ist das Schönste. Denn er zeigt es dir immer, wie dankbar er ist.
Momo
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Glück im Unglück braucht man immer um so was gut zu Überstehen. Toll das bei Euch Beiden kein Kopfkino hinterblieben ist nach dem Unfall. Damit kämpfen oft Mensch und Tier hinterher um so was zu verarbeiten. Drücke Euch die Daumen das es der letzte Unfall war und ihr nun weiterhin mit Freude im Gespann unterwegs sein könnt.
Ist inzwischen eine längere Zeit vergangen. Ich, respektiv auch Momo, benötigten sehr viel Zeit um sämtliche Unfallspuren wieder aus unseren Körper zu kriegen. Es sassen viele Knochen nicht mehr so wie sie sein sollten. Es gab daher reichlich Chiro und Gymnastik für Momo und mich. Aber auch einige energielösende Therapien. Aber auch Diego kam in den Genuss von Massagen. Er hat doch tatsächlich gelernt für 20min sich mal zu entspannen:)
Interessanterweise hat auch Diego sich massiv verändert. Er hatte, obwohl unbeteiligt, am meisten zu Kämpfen. Inzwischen hat er gelernt mir zu vertrauen, hört viel besser zu, orientiert sich an mir und Momo und hat in der Herde seit Neusten den Chefposten übernommen, da der Chef gestorben ist. Muss zugestehen: Er überrascht mich immer mehr. Vor allem da er als Chef nun auch bereit ist, Neues zu lernen und annehmen zu können; auch von „Schwächeren“. Er überdenkt zwar immer, aber er blockiert nicht so schnell.
Inzwischen fahren wir auch wieder unsere 3-4h Fahrten mit der Kutsche. Momo ist wieder ganz der Alte im Zug, Diego übernimmt Verantwortung und fragt, wenn er etwas sieht, was er nicht kennt. Ist echt eine Freude mit den Zwei.
Ja- meine Jungs. Übrigens, seit Neustem haben die Zwei auch viele Fans im Stall. Denn mit ihrem Charakter und v.a mit dem Willen nach dem Unfall wieder auf die Beine zu kommen( zu Vertrauen und sich der Sache zu stellen), haben sie ihre Vorzüge gezeigt. Aber auch mit ihrer Lebensenergie und Freude, welche sie im Stall versprühen, sorgen sie doch für ein ausgeglichenes Klima innerhalb der Herde.